Das kleine Philatelie Lexikon

Die wichtigsten und gängigsten Begriffe, wenn Sie österreichische Marken sammeln.
Briefmarkensammeln ist ein Hobby, das Spaß macht und immer wieder völlig neue Welten erschließt.

Wie bei allen Spezialthemen gibt es natürlich seit langem eingebürgerte Fachausdrücke. Immer wieder begegnet man Begriffen, bei denen man vielleicht nicht ganz genau weiß, was damit gemeint ist.

Die wichtigsten Begriffe haben wir daher für Sie kurz zusammengestellt:

Art Auflage
Ausgabetag Der Ausgabetag oder auch Ersttag ist der erste Tag, an dem eine neue Briefmarke gültig ist, das heißt, auf einem Brief abgestempelt werden darf.
Blockausgabe Ein Block besteht aus einer oder mehreren unterschiedlichen Marken, die gemeinsam mit der Umrandung eine Einheit als künstlerisches Ganzes ergeben.
Buntdruck Ein Buntdruck ist der Entwurf der Briefmarke in anderen Farben als auf der Originalmarke gedruckt, aber nicht perforiert. Ein Buntdruck ist kein gültiges Wertzeichen (er kann nicht zum frankieren von Briefen verwendet werden), sondern eine besondere philatelistische Rarität und Kostbarkeit. Er hat keine Zähnung.
Dauermarke Dauermarken werden in besonders großen Mengen gedruckt und können jederzeit nachgedruckt werden.
Entwerfer Der Entwerfer ist der Künstler, der entweder das Bild der Marke gemalt hat oder der Graphiker, der das Bild am Computer erstellt bzw. bearbeitet hat.
Ersttagszusatzstempel Der kleine Ersttagszusatzstempel, der nur das Postlogo und die Aufschrift Ersttag / First Day trägt, wird nur am Ausgabetag neben die neu erschienene Marke aufgestempelt.
Etch-Art by OeSD Das Produkt „Etch-Art by OeSD“ ist eine Eigenentwicklung der Österreichischen Staatsdruckerei. Prinzipiell beschreibt das Wort das Umsetzungsverfahren des Stichtiefdrucks, d.h. hierbei wird nicht wie früher von Hand der Stich in eine Stahlplatte gearbeitet, sondern mittels Lasertechnologie. Der Entwurf für die Marke wird wie beim Kombinationsdruck von einem Briefmarkenkünstler gemacht, aber bei Etch-Art gibt anstelle des Stechers der Markenkünstler selbst Tiefe und Breite sowie Linienführung für den Laser vor. Das Produkt „Etch-Art by OeSD“ kann in Kombination mit Offset- oder Rastertiefdruck umgesetzt werden, um eine formvollendete Kombinationsmarke zu erhalten.
FDC Ein Brief, auf dem die Briefmarke aufgeklebt ist und mit dem dazugehörigen Ersttagssonderstempel abgestempelt wurde und auf dem außerdem der Ersttagszusatzstempel angebracht ist.
Kleinbogen Der „klassische“ Schalterbogen enthält 50 gleiche Sondermarken, bei Dauerserien meist 100, ein Kleinbogen aber nur 4 bis 16 gleiche Marken.
Kombinationsdruck Die teuerste und beste Druckart der Welt ist der Rastertiefdruck in Kombination mit dem Stahlstich.
Offsetdruck Der Offsetdruck ist ein indirektes Flachdruckverfahren und eine Weiterentwicklung des Steindrucks. Die druckenden Teile der Platte ziehen Öle an und stoßen Wasser ab, nehmen daher die Farbe auf. Der nicht druckende Teil der Platte ist hydrophil, zieht also Wasser an. Es wird nicht direkt von der Druckplatte auf Papier gedruckt, sondern die Farbe erst über eine weitere Walze, den Gummituchzylinder, übertragen.
Rastertiefdruck Die druckenden Stellen liegen tiefer als die nicht druckenden. Sogenannte Näpfchen werden in einen Zylinder mit Kupferbeschichtung geätzt, die mit flüssiger Druckfarbe aufgefüllt werden. Durch die unterschiedliche Tiefe der verschiedenen Näpfchen wird die benötigte Menge der Farbe für die helleren oder dunkleren Stellen gesteuert. Eine „Rakel“ aus dünnem, federndem Stahl entfernt die überschüssige Farbe von den nicht druckenden Stellen der Form. Das Papier wird von dem gummibeschichteten Druckzylinder angepresst. Die dünnflüssige Druckfarbe trocknet unmittelbar nach dem Drucken.
Selbstklebemarken auf Blatt Auf einem Blatt aus selbstklebenden Papier sind 10 selbstklebende Marken in meist 2 Motiven angebracht.
Selbstklebemarken auf Rolle Eine Rolle mit 25 bzw. 100 selbstklebenden Marken des gleichen Motivs ist in einer Spenderbox verpackt. Auf der Rückseite sind auf alle 5 Marken kleine Kontrollnummern aufgedruckt.
Serie Zu einem großen Thema erschienen - meist ein bis zwei Marken pro Jahr - meist im gleichen Format und vom gleichen Entwerfer geschaffen.
Sondermarke mit Zuschlag Auf der Marke sind zwei Werte aufgedruckt: Der erste ist der Nominalwert für die Postbeförderung, der zweite fließt wohltätigen Zwecken zu, zum Beispiel der Förderung der Philatelie oder Hochwasseropfern.
Stahlstich Von der Original-Stahlstichplatte wird eine positive Abformung aus Kunststoff gemacht (Hochbild) und in einem galvanischen Bad auf Kupfer negativ abgeformt (Tiefbild). Vom Tiefbild wird galvanisch ein Hochbild aus Nickel abgeformt, dann für die Markenanzahl pro Bogen die erforderlichen Kunststoffprägungen angefertigt, die zum Bogenformat zusammengeschweißt werden. Von der fertigen Kunststoffmontage wird in einem Kupferbad eine Kupfer-Hochplatte erzeugt. Ständige Kontrollen und Ausbesserungen eliminieren alle Verunreinigungen. Von der fertigen Hochplatte werden Druckplatten aus Nickel erzeugt und verchromt, dadurch werden die Platten härter und höhere Auflagenzahlen sind möglich.
Stecher Der Stecher ist der Künstler, der beim Kombinationsdruck bzw. Stahlstich die Punkte und Linien erst in eine große Schablone zeichnet, die dann mit dem Pantographen verkleinert auf die Stahlplatte übertragen wird. Der Stecher ritzt dann die Stahlplatte ein, um das Motiv sowohl plastisch als auch künstlerisch zu betonen. Ein Stich kann bis zu 300 Arbeitsstunden dauern.
Ersttagssonderstempel Der Ersttagssonderstempel trägt das Datum des Ausgabetages und wird fast immer vom Markenkünstler speziell für diese eine Ausgabe kreiert.
Schwarzdruck Diese Besonderheit ist entsprechend der Originalmarke in Grautönen gedruckt, wie der Buntdruck nicht perforiert, keine Zähnung. Ein Schwarzdruck ist kein postgültiges Wertzeichen, sondern eine besondere philatelistische Rarität und Kostbarkeit und wurde früher zum Beispiel von Journalisten zur Veröffentlichung verwendet.